Zurück
Titre image de l'article

Der Umwelt zuliebe: Ökostrom mit Umweltzeichen

Folgen Sie uns :

Das Umweltbewusstsein der ÖsterreicherInnen und Österreicher steigt stetig. Mit der Gemeinsam. Grün. Sparen.-Initiative von Selectra Österreich und Wir für Umwelt wird erstmals in Österreich die Möglichkeit geboten, zertifizierten und somit 100% sauberen Ökostrom im Zuge eines Gemeinschaftskaufs günstig zu erwerben. Inwiefern sich zertifizierter Ökostrom von herkömmlichen Ökostrom unterscheidet, beziehungsweise welche Kriterien ein Produkt erfüllen muss, um das Qualitätssiegel "Österreichisches Umweltzeichen" zu erhalten, haben wir für Sie in diesem Artikel zusammengefasst.

Was ist erneuerbare Energie?

Als erneuerbare Energien werden Sonnen-, Wind-, Wasserkraft und Biomasse bezeichnet. Also Ressourcen, die nach menschlichen Ermessen unbegrenzt verfügbar oder schnell erneuerbar sind. Sie gelten als wichtige Säule einer nachhaltigen Energiepolitik sowie als Antrieb der Energiewende. Bei der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien werden weder CO₂-Emissionen freigesetzt noch nuklearer Abfall produziert. Alle Stromprodukte, deren Energiezusammensetzung laut E-Control, der österreichischen Regulierungsbehörde für Energie, aus 100% erneuerbaren Energien besteht, fallen in die Kategorie Ökostrom.

Das Österreichische Umweltzeichen

Umweltschutz spielt bei einem wachsenden Anteil der Bevölkerung eine immer größere Rolle. Immer mehr Menschen wollen selbst, durch Ihr eigenes Konsumverhalten, einen Beitrag für eine geschütze Umwelt leisten. Aus diesem Grund wurde 1990 das Österreichische Umweltzeichen ins Leben gerufen, um umweltfreundliche Produktalternativen und Dienstleistungen erkenntlich zu machen.

Österreichisches Umweltzeichen

Das Österreichische Umweltzeichen ist ein unabhängiges Gütesiegel für Umwelt und Qualität des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW). Es werden ausschließlich Produkte ausgezeichnet, die höchste ökologische, gesundheitliche und qualitative Anforderungen erfüllen. Das heißt, zertifizierte Produkte erfüllen nicht nur das gesetzlich vorgeschriebene Mindestmaß, sondern garantieren weiters eine ökologisch einwandfreie Erzeugung, Transparenz beim Stromhandel sowie einen ökologisch fairen Energiemix. Folgende Kriterien muss ein Stromprodukt aus erneuerbaren Energien erfüllen, damit es das Österreichische Umweltzeichen erhält:

    1.    Stromzusammensetzung

      Spezielle Vorgaben bezüglich der Primärenergieträger garantieren einen ökologisch einwandfreien Energiemix:

  • Anteil an Photovoltaik mindestens 1,4%

  • Anteil an Wasserkraft maximal 79%

  • Mindestens 10% des Stroms aus Anlagen, die maximal seit 15 Jahren in Betrieb sind oder in den letzten 15 Jahren revitalisiert wurden

  • Von der OeMAG zugewiesene Ökostrommenge (wird allen Stromhändlern in Österreich automatisch zugeteilt) muss aliquot auf jedes Produkt aufgeteilt werden

  • Toleranzbereich für eingesetzte Primärenergieträger: in 12 Monaten 10%ige Abweichung, in 24 Monaten 5%ige Abweichung zulässig - nach Ablauf der Periode muss es allerdings mengenmäßig ausgeglichen werden

    2.    Herkunftsnachweise und Labelling

      Nachweise für gekauften Strom geben Sicherheit über dessen Herkunft und schließen die Möglichkeit eines Zertifikatenhandels aus:

  • Herkunftsnachweise für gekauften Strom gemäß § 10 Ökostromgesetz

  • Angabe, aus welchen Kraftwerken erzeugte bzw. gekaufte Energie stammt

  • An der Börse gekaufter Strom darf nicht aus Wasserkraftanlagen stammen

  • Getrennter Handel von Zertifikaten und erzeugtem Strom nicht zulässig

  • Importierter Strom muss mit Herkunftsnachweisen einer akkredierten Prüfanstalt oder Nachweisen eines der österreichischen Stromnachweisdatenbank gleichwertigen Systems verwendet werden

     3.   Wasserkraft

      Diverse Richtlinien bei Wasserkraftwerken sichern das Ökosystem der Gewässer:

  • nur Lauf- (Ausleitungs- und Flusskraftwerke) und Speicherkraftwerke zulässig

  • Neubauten nur außerhalb von wasserrechtlich und naturschutzrechtlich geschützten Gebieten

  • Bei Laufkraftwerken muss u.a. die ganzjährige Durchgängigkeit für Fische und Geschiebe durch bauliche Maßnahmen gewährleistet werden

  • Bei Speicherkraftwerken gilt ausschließlich jene Strommenge als grün, die aus Wasser stammt, das in freiem Gefälle in den Speicher fließt, KEIN Pumpstrom

  • U.a. besteht weiters bei Speicherkraftwerken eine ganzjährige Pflichtwasserabgabe sowie die Notwendigkeit einer Stauraumentleerung in maximal 10-Jahres Intervallen

     4.   Biomasse

     
Genaue Definitionen zur Biomasse garantieren den Nachhaltigkeitsaspekt:

  • zulässige Biomasse: primäre Biomasse (Pflanzen, die ohne chemischer Umwandlung direkt der energet. Nutzung zugeführt werden), sekundäre Biomasse (Rückstände einer ersten Verwertung organischer Stoffe mit chemischer Veränderung, z.B. Gülle, Speiseabfälle), landwirtschaftliche Biomasse (z.B. Ernterückstände wie Stroh), forstwirtschaftliche Biomasse (wie z.B. Derb- und Reisholz aus Waldholzflächen), Produkte aus Biomasse (z.B. Sägenebenprodukte, Biodiesel, etc.)

  • Flüssige Biomasse muss den Nachhaltigkeitskriterien gemäß Artikel 17 der EU-Richtlinie 2009/28/EG entsprechen

  • Biomasse Kraft-Wärme-Koppelung: Gesamtwirkungsgrad bei Verbrennungsprozessen muss mindestens 60% betragen; Anteil fossiler Primärenergieträger,  die als Anfahrhilfe oder bei Wartungstätigkeiten benötigt werden, darf bei der jahresstromerzeugung der Anlage nicht mehr als 5% betragen und nicht als Grüner Strom bilanziert werden

     5.   Energieberatung und Tarifgestaltung

      Weiters müssen Endverbraucher auf mögliche Einsparpotentiale hingewiesen werden und die Tarifgestaltung in transparenter, nachvollziehbarer Weise erfolgen.

     6.    Deklaration

      Absolute Transparenz bei den ausgezeichneten Produkten ist Pflicht:
  • Nur das zertifizierte Produkt trägt das Umweltzeichen, nicht der Anbieter

  • In geeigneten Medien, sowie auf Anfrage ist folgendes bekannt zu geben: Angaben zum Unternehmen; Jahresstromzusammensetzung aufgeschlüsselt nach energetischen Quellen; alle Kraftwerke, mit denen Abnahmeverträge geschlossen wurden; Einsparungsmenge an CO₂-Emissionen

  • Auf der Jahresrechnung ist anzugeben: Bezeichnung aller eingesetzter Primärenergieträger; Stromzusammensetzung, aufgeschlüsselt nach den eingesetzten Quellen; CO₂-Emissionen in g/kWh und radioaktiver Abfall in mg/kWh

  • Angaben zur Herkunft des zugekauften Stroms

      7.  Eigen- und Fremdüberwachung

     Überwachungsvertrag und jährliche Prüfung als Garantie:
  • Überwachungsvertrag muss mit einer qualifizierten Überwachungsstelle abgeschlossen werden

  • Synchronisation einmal jährlich

  • Gutachter prüft jährlich: Herkunftsnachweise; Bilanz des Energiebezugs aller liefernder Kraftwerke; Jahresprognose von Zukauf und Absatz der Strommenge

 
Nur wenn ein Stromprodukt all diesen Kriterien gerecht wird, erhält es das Österreichische Umweltzeichen. Somit können Sie sich sicher sein, dass Ihr Stromprodukt nicht nur frei von fossilien und atomaren Energieträgern ist, sondern auch ökologisch unbedenklich hergestellt wurde. Mit der Gemeinsam. Grün. Sparen.-Initiative wollen Selectra Österreich und Wir für Umwelt umweltbewussten KonsumentInnen die Möglichkeit bieten, im Kollektiv günstig zu einem zertifizierten Stromprodukt zu wechseln. Je mehr sich für den Tarif mit Umweltzeichen entscheiden, desto günstiger wird am Ende der Preis. Sparen Sie also Energiekosten - der Umwelt zuliebe!